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Fastenzeit

13
Apr
2009

Ostermontag

der Emausgang ........

zwei Männer ziehen weiter,
von Jerusalem weg ...
von dem Ort,
von diesem grauslichen Geschehn

sie treffen am Weg einen Mann,
gehen mit ihm,
erzählen ihm was passiert ist
erkennen können sie ihn aber nicht ....

erst als er mit ihnen am Tisch sitzt
und das Brot bricht
und den Wein trikt,
da wissen sie wer er ist

oft hab ich mich gefragt,
was das soll,
warum wissen sie nicht,
wer er ist,
warum erkennen sie ihn nicht

wahrscheinlich weil wir nur sehen können,
was wir sehen wollen,
wir selber machen uns unsere Version vom Leben
wir selber entscheiden,
wie uns die Welt begegnet ......

darum wünsch ich euch
offene Augen und ein offenes Herz
dass in euch selber immer wieder
Erneuerung stattfindet ...

12
Apr
2009

Ostersonntag

Auferstehung

sie fragen mich
nach der Auferstehung
sicher sicher gehört hab ich davon,
dass ein Mensch dem Tod
nicht mehr entgegenrast
dass der Tod hinter einem sein kann
weil vor einm die Liebe ist
dass die Angst hinter einem sein kann
die Angst verlassen zu bleiben
weil man selber
so ganz wird
dass nichts da ist
das fortgehen könnte für immer
gehört hab ich davon

(Dorothee Sölle)

11
Apr
2009

KARSAMSTAG

jetzt ist er tot ......
vorbei,
alle Hoffnung, alles Sehnen,
einfach vorbei ....

du stehst am Grab
und trauerst
allein ...
denn sie alle sind schon weiter

sie gehen schon wieder dem Leben nach
und du stehst
allein
vor dem Grab

du verstehst nicht,
wie das Leben weitergehen kann
du bist voller Trauer
und Hoffnungslosigkeit

der Alltag holt dich ein
und wirft dich auf dich
und deine Einsamkeit zurück
und nimmt dir die Luft zum Atmen

doch da ist dieses Versprechen
auf die Auferstehung
auf einen Neuanfang
auf ein danach ....

weder Tod noch Leben ...
weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges ...
können uns scheiden von der Liebe Gottes


(Römerbrief 8,38 f)

10
Apr
2009

...

das Kreuzzeichen ist
wie ein Doppelschritt

wenn du es machst,
gehst du von oben nach unten,
vom Kopf ins Herz,
von Gott in dich;
von links nach rechts,
von dir zum Nächsten,
von der Liebe zur Tat

das Kreuzzeichen ist
Frage und Antwort
für den Christen

(Fritz Giglinger)

wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt
und mir nachfolgt,
ist meiner nicht würdig


(Matthäusevangelium 10,38)

9
Apr
2009

...

Auge IN Auge
nicht Auge UM Auge

Schritt UM Schritt
nicht Tritt GEGEN Tritt

Hand IN Hand
nicht Faust AUF Faust

Herz ZU Herz
nicht Schmerz AUF Schmerz

Liebe MIT Liebe
nicht Angst GEGEN Angst

wie Gott mir, so ich dir,
und nicht, wie du mir, so ich dir

(Fritz Giglinger)

ein neues Gebot gebe ich euch:
liebt einander


(johannesevangelium 13,34)

8
Apr
2009

...

wage es,
den ersten Schritt im Glauben zu gehen
du musst nicht die ganze Treppe sehn,
nur die erste Treppenstufe.


(Martin Luther King)

gerade deshalb heißt es glauben,
wir müssen darauf vertrauen
wir dürfen darauf vertrauen
dass es da mehr gibt
mehr als mich selbst

einlassen auf dieses Ungewisse
zulassen dieses Ungewisse
bereit sein für dieses Mehr
und in dem Mehr
die Erfüllung finden

7
Apr
2009

...

es geht dir
wie du gehst

wie du gehst
mit den Füßen,
mit den Augen,
mit dem Herzen,
mit den Menschen,
mit den Geschöpfen,
mit dir selbst
mit Gott

gehst du
oder
wirst du gegangen?

es geht dir
wie du gehst

(Fritz Giglinger)

ein fröhliches Herz tut
dem Leib wohl


(Sprichwörter 17,22)

6
Apr
2009

...

ich werde gewarnt
die X, der Y, die Z,
die sind lästig, dumm, falsch
überheblich, gefährlich, ein Gesindel

trotzdem versuche ich,
auf die X, den Y, die Z
zuzugehen, ihnen zuzuhören,
mit ihnen freundlich zu sein,
sie gut zu behandeln

fast immer entpuppen sich
die X, der Y, die Z
als gar nicht üble,
sogar als nette Leute

ein Vorurteil ist meisents
kein Schritt,
aber fast immer
ein Tritt

(Fritz Giglinger)

wer dich bittet, dem gib,
und wer von dir borgen will,
den weise nicht ab


(Matthäusevangelium 5,42)

5
Apr
2009

wenn Jesus heute kommt .....

dann geht er durch eine Großstadt
"hallo, Guru! komm mit zum Friedensfest"
"gern, ich war immer für den Frieden"
auf dem Festplatz -
Musik, Ansprachen, Friedenstauben, Appelle
die Leute wollen nicht heimgehn
da steht Jesus auf der Bühne:
"Schwestern und Brüder,
wer hat etwas zu essen und zu trinken"
einige bringen Brote, Obst, Säfte, Schokolade
Jesus hebt alles zum Himmel und ruft
"teilt alles aus!"
da holen viele vieles aus ihren Taschen
und teilen alles
eine Ausländerin durchs Mikrofon.
"wenn wir teilen, wird Frieden!"
der Präsident lächelt dem Kardinal zu:
"möglich ist es schon, aber ...."

Frieden hinterlass ich euch,
meinen Frieden geb ich euch


(Johannesevangelium 14,27)

4
Apr
2009

...

steig aus dem Bett mit dem Gebet:
Danke für den neuen Tag!
wasch dich mit einer Handvoll Freude,
kleide dich mit dem Glauben an das Gute
schau dich solange in den Spiegel,
bis du über dich lächeln kannst
riech am Kaffee der Überraschungen
kaue langsam das Brot,
das du dir heute verdient hast
setz dir den Hut des Vertrauens auf
und klopf dir selbst auf die Schulter
mit den hoffnungsvollen Worten:
heut bin ich wahnsinnig in Form
und geh nicht außer Haus,
ohne Zärtlichkeit zurückzulassen

(Fritz Giglinger)

des Menschen Herz plant seinen Weg,
doch der Herr lenkt seinen Schritt


(Sprichwörter 16,9)